Mein Weg zum Abenteurer

Als Kind liebte ich es, die Umgebung meines Dorfes zu erkunden. Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass was zu der Zeit die Wälder meiner Heimat waren, irgendwann die ganze Welt sein würde. Außerdem war ich eine Leseratte und verschlang vor allem Reiseberichte. So wäre ich wohl am Liebsten Reiseschriftsteller geworden. Da mir das aber als ziemlich brotlose Kunst erschien, beschloss ich, Förster zu werden, was meiner Leidenschaft für Natur und Draußen sein, entgegen kam. Allerdings waren meine Noten nicht gut genug, daher musste ich auf einen Studienplatz warten. In der Zwischenzeit ging ich für vier Jahre zur Bundeswehr. Eine Zeit, die mir im Nachhinein als zu lang erscheint, aber meine Persönlichkeit wahrscheinlich wichtig geprägt hat. In der Zeit unternahm ich auch schon einige interessante Reisen, unter anderem in die Wälder. Bosnien, das damals noch zu Jugoslawien gehörte, in die Osttürkei und nach Kanada, wo ich im Jahr zuvor mit der britischen Armee gewesen war. Als die vier Jahre vorüber waren, hätte ich beginnen können zu studieren, allerdings wollte ich zunächst ein Projekt verwirklichen, dass ich schon lange geplant hatte: Eine Reise durch ganz Afrika von Süd nach Nord! Also begann ich mein Studium mit zwei Urlaubssemestern und machte mich auf nach Johannesburg. Die neun Monate, die ich in Afrika verbrachte, kann man nur als wirklich abenteuerlich bezeichnen. Ich paddelte mit einem Einheimischen und seinem Einbaum drei Wochen durch das Okavango Delta, wo ich zum ersten Mal die beeindruckende afrikanische Tierwelt zu Fuß und im Boot erlebte, zog mit Massai durch die Savannen Tansanias, verbrachte Wochen mit den Pygmäen im Regenwald des Kongo, damals noch Zaire. Mit Kamelen und Tuareg als Begleiter erkundete ich die schwarzen Berge des AIr in der Sahara. Eine tolle Zeit, in der extrem viel passiert ist. So überlebte ich zwei Überfälle, Malaria und war eine Woche lang im Regenwald verirrt. Jahre später schrieb ich über meine Erlebnisse ein Buch, was aber nicht veröffentlicht wurde, dar der Verlag, bei dem ich unterschrieben hatte, sein Geschäft aufgab. Zurück in Deutschland, begann ich mein Studium, dass ich mit hervorragenden Noten absolvierte, so dass einer Aufnahme in den hessischen Staatsdienst nichts im Wege stand. Ich heiratete, und wir bekamen eine Tochter. Aber meine Reiseleidenschaft hatte ich nicht aufgegeben, so ließ ich mich für zwei Jahre beurlauben. In der Zeit verbrachten wir einen Sommer im Westen der USA als Familie in einem Minivan, aber ich wollte auch größere Abenteuer. So unternahm ich Expeditionen mit kleinen Schlauchbooten in sehr abgelegene Regenwaldgebieten Borneos, Guyanas und Kameruns.
In der Forstverwaltung übte ich eine Reihe verschiedener Tätigkeiten aus: vom klassischen Revierförster bis zum Spezialisten für Naturschutz. Zwei Jahre lang war ich zuständig für Vertragsangelegenheiten im Rhein-Main-Gebiet. Was sich auf den ersten Blick langweilig anhört, war durchaus spannend, da ich mit sehr vielen unterschiedlichen Unternehmen zu tun hatte, unter Anderem Mobilfunk, Landwirte, Stromnetzbetreiber und Kiesabbaustätten. Trotz meiner beruflichen Tätigkeit konnte ich zahlreiche Reisen durchführen, unter anderem in die Mongolei, den indischen Himalaya, den kanadischen Yukon und wiederholt nach Afrika. 2013 hatte ich dann eine Stelle gefunden, bei der ich es irgendwann geschafft hatte nur noch die Hälfte des Jahres zu arbeiten. Das heißt ich unternahm eine große Reise im Sommer und eine im Winter zu Zielen wie Neuseeland und Patagonien, aber auch den Westen der USA, sowie lange Touren in Europa, wie die Durchquerung Skandinaviens und 4 Monate in den Alpen. Zwar unternahm ich immer wieder auch Touren in kleinen Booten, den Packrafts, Bolivien und Australien, aber meine wahre Leidenschaft gehört dem Wandern zu Fuß. 2018 lernte ich dann meine jetzige Freundin Anke kennen, einer ebenfalls leidenschaftlichen Wanderin, die mich mit ihrer konsequenten Lebensführung ziemlich inspiriert hat. 2020 kündigte ich dann meine Stelle als Forstbeamter und unternahm im Jahr drauf eine neunmonatige Wanderung durch Deutschland mit 6000 km Strecke. Das Thema dieser Wanderung war der Zustand des deutschen Waldes. Das Projekt erzielte große Aufmerksamkeit. So trat ich in zahlreichen Fernseh- und Radiosendungen auf und Artikel über mich erschienen in Zeitungen wie Welt, Spiegel und Geo. Über dieses Projekt schrieb ich „Der Waldwanderer“. Im Jahr drauf unternahm ich eine weitere lange Wanderung. Diesmal ging es durch die Berge und Wälder der Karpaten mit dem Ziel den Zustand der letzten großen Urwälder dort zu dokumentieren. Hieraus entstand mein Buch „Durchs wilde Herz der Karpaten“. Neben den Büchern schreibe ich auch Artikel in Outdoormagazinen und halte zahlreiche Reisevorträge. Zwar sind Anke und ich überzeugte Solowanderer, aber seit 2022 unternehmen wir die meisten Touren gemeinsam. So waren wir zusammen nicht nur im Kaukasus unterwegs. Die großen Herausforderungen des Desert Trail in den USA, wo wir die ersten waren, die das ohne Wasserdepots geschafft haben, nahmen wir gemeinsam an. Wir wanderten durch Pyrenäen und Kantabrisches Gebirge und verbrachten schließlich 2025 zehn Monate wandernd am Stück in Süd- und Nordamerika. 2024 lief ich 1000 Kilometer durch das wüstenhafte Nordnamibia. Ich glaube nicht, dass das irgendjemand vorher schon gemacht hat…
Im Frühling 2026 wanderte ich in 83 Tagen über 3300 km durch Deutschland, um herauszufinden, wie gut Deutschlands schönste Wanderwege im internationalen Vergleich sind, aber auch um herauszufinden was Menschen Hoffnung in dieser krisenhaften Zeit gibt. Aus diesem Projekt soll ein neues Buch sowie ein Vortrag entstehen.
Im Sommer 2026 erfüllte ich mir einen alten Traum: Ich wanderte drei Monate lang durch die Brooks Range im Norden Alaskas. Wildnis Total!
Neben Vorträgen. Artikeln und Büchern möchte ich Keynotes zum Thema Mut bei Unternehmen halten.
Außerdem werde ich natürlich weiter wandernd die Welt durchstreifen. Als Nächstes träume ich von Zentralasien…
